Wie es funktioniert
Eine Kernbohrmaschine treibt eine zylindrische Bohrkrone an, deren Rand mit Diamantsegmenten besetzt ist. Die Krone schleift sich ringförmig durch das Material. In der Mitte bleibt ein zylindrischer Bohrkern stehen, der am Schluss als Ganzes herausgenommen wird. Die Maschine wird mit einem Bohrständer an der Wand oder Decke befestigt, damit die Bohrung exakt gerade wird. Gekühlt wird meist mit Wasser, das gleichzeitig den Staub bindet.
Wofür man Kernbohrungen braucht
- Leitungsdurchführungen für Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Fernwärme
- Lüftungsöffnungen für Komfortlüftung, Dunstabzug oder Wärmepumpen
- Abflüsse durch Decken für neue Bäder
- Hauseinführungen durch Kellerwände
- Entwässerungen in Brüstungen und Mauern
- Reihenbohrungen als Vorbereitung für grössere Öffnungen
- Probenentnahme: Bohrkerne zur Prüfung der Betonqualität
Die Vorteile
- Präzision: Der Durchmesser stimmt auf den Millimeter, die Position ebenfalls.
- Kaum Erschütterungen: keine Risse im umliegenden Bauteil
- Saubere Ränder, an die sich Dichtsysteme sicher anschliessen lassen
- Wenig Staub durch Nassbohrung
- Durch Bewehrung hindurch: Die Diamantkrone schneidet auch Stahl.
Vorher: Bewehrung und Leitungen orten
Eine Bohrung durch eine Betondecke kann eine tragende Bewehrung oder eine eingelegte Leitung treffen. Bei Spannbetondecken kann das gefährlich sein. Deshalb wird vor heiklen Bohrungen geortet, wo Bewehrung und Leitungen liegen, und bei tragenden Bauteilen wird der Ingenieur gefragt.
Das Wasser
Bei der Nassbohrung entsteht Bohrschlamm: Wasser mit feinem Beton. Er wird aufgefangen und abgesaugt, damit er weder den Boden darunter verschmutzt noch ins Abwasser gelangt. In bewohnten Räumen werden Böden darunter abgedeckt.
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