Der Baumeister in der Schweiz
In der Schweiz bezeichnet «Baumeister» im Alltag eine Bauunternehmung des Bauhauptgewerbes: ein Betrieb, der Rohbauarbeiten ausführt. Dazu gehören Maurerarbeiten, Beton- und Stahlbetonarbeiten, Aushub, Kanalisation und je nach Betrieb Tiefbau und Strassenbau. «Eidgenössisch diplomierter Baumeister» ist zudem eine geschützte höhere Berufsbildung für Führungsleute in solchen Betrieben.
Was ein Baumeister baut
- Fundamente und Bodenplatten
- Untergeschosse aus Beton
- Wände aus Mauerwerk oder Beton
- Decken und Treppen aus Stahlbeton
- Kanalisation und Werkleitungen rund ums Haus
- Umbauarbeiten: Durchbrüche, Abbrüche, Verstärkungen
- Umgebungsarbeiten: Mauern, Vorplätze, Zufahrten
Kurz: alles, was ein Gebäude im Rohbau trägt und zusammenhält.
Wer sonst noch dazugehört
- Der Architekt plant das Gebäude, holt die Bewilligung ein und führt oft die Bauleitung.
- Der Bauingenieur berechnet das Tragwerk und macht die Bewehrungspläne.
- Die Bauleitung koordiniert die Handwerker und überwacht Termine, Kosten und Qualität.
- Der Polier führt auf der Baustelle die Equipe des Baumeisters.
- Die Ausbaugewerke — Sanitär, Elektro, Zimmermann, Fenster, Gipser, Maler — folgen auf den Rohbau.
Wann man den Baumeister direkt beauftragt
Bei einem Neubau wird der Baumeister meist vom Architekten oder Generalunternehmer ausgeschrieben und beauftragt. Bei kleineren Arbeiten ist der direkte Weg oft der bessere:
- ein Durchbruch oder eine neue Öffnung
- eine Kellerabdichtung
- ein neuer Hausanschluss
- eine Stützmauer oder ein Vorplatz
- eine Betoninstandsetzung am Balkon
- ein kleiner Anbau, für den ein Architekt die Pläne macht, der Baumeister den Rest koordiniert
Was einen guten Baumeister ausmacht
Gute Leute, die ihr Handwerk können. Ein Polier, der mitdenkt. Eine Offerte, die verständlich ist. Termine, die gehalten werden. Und die Ehrlichkeit, zu sagen, wenn etwas nicht geht oder anders besser wäre.