Ist das Gleiche offeriert?
Die erste Frage ist: Haben alle das Gleiche angeboten? Typische Unterschiede:
- Leistungsumfang: Ist die Entsorgung enthalten? Die Wiederherstellung? Die Bewilligung? Der Staubschutz?
- Mengen: Rechnet einer mit fünf Metern Graben, der andere mit acht?
- Ausführung: Welches Material, welcher Aufbau, welche Qualität?
- Vorbehalte: Was ist ausdrücklich ausgeschlossen?
Eine Offerte, die deutlich günstiger ist als die anderen, hat oft etwas weggelassen — nicht unbedingt absichtlich.
Pauschal, Einheitspreis oder Regie?
- Pauschalpreis: Ein fester Preis für eine klar umschriebene Leistung. Gut, wenn der Umfang klar ist.
- Einheitspreise: Ein Preis pro Meter, Kubikmeter oder Stück. Abgerechnet wird nach Ausmass. Gut, wenn die Mengen noch nicht genau feststehen.
- Regie: Abrechnung nach Aufwand, also Stunden und Material. Gut für kleine, unklare Arbeiten — aber mit offenem Ende.
Eine Offerte in Regie lässt sich mit einer Pauschale nicht direkt vergleichen.
Was nicht in der Zahl steht
- Termine: Wann kann begonnen werden, wie lange dauert es?
- Erreichbarkeit: Wer ist Ansprechperson, und wie schnell reagiert sie?
- Erfahrung mit vergleichbaren Arbeiten
- Eigene Leute oder Subunternehmer?
- Nähe: Ein Betrieb in der Nähe kommt bei einer Nachbesserung schneller vorbei.
Nachfragen
Wenn etwas unklar ist, fragen Sie nach. Eine seriöse Unternehmung erklärt ihre Offerte gerne. Bitten Sie bei grossen Unterschieden um Erklärung — oft zeigt sich dann, wo die Differenz herkommt.
Die günstigste Offerte
Die günstigste Offerte kann die richtige sein. Sie kann aber auch die sein, die später mit Nachträgen teurer wird. Eine vollständige, verständliche Offerte mit realistischem Preis ist am Ende oft günstiger als eine knappe mit vielen offenen Punkten.
Mehr im Beitrag Was den Preis von Bauarbeiten treibt.